MÜNCHEN, GLOCKENBACHVIERTEL

In einer denkmalgeschützten Gewerbeimmobilie entsteht ein neuer Wohn- und Arbeitsort

Noch vor dem Kauf der ehemaligen Gewerbeimmobilie im Münchner Glockenbachviertel wandten sich die späteren Eigentümer an uns. In den denkmalgeschützten Gewerberäumen eines lokalen Radiosenders fehlte es ihnen vor allem an Licht und Stauraum. Sie wollten wissen, was der Umbau und die Sanierung der Räume kosten würden. Nach einer Schätzung erhielten wir den Auftrag und entwickelten ein stimmiges Gesamtkonzept für die Umwandlung des
Gebäudes in einen attraktiven Lebensraum für die vierköpfige Familie.

Die größte Herausforderung bestand darin, möglichst viel Tageslicht in die Erdgeschosswohnung zu leiten. Bei zwei Brandwänden links und rechts der Wohnung keine leichte Aufgabe. Der Grundriss wurde daher von uns komplett neu geplant.

Mehr Licht – ein Bullauge fürs Kinderzimmer

Im Kinderzimmer war der Einbau eines Fenster nicht möglich, Tageslicht fiel hier durch eine Glaspyramide in der Decke, die sich aber nicht öffnen ließ. Mit dem Einbau einer Luke ermöglichten wir die motorbetriebene Lüftung des Raumes. Um das kleine Kinderzimmer trotz fehlender Blickbeziehung nach außen möglichst großzügig wirken zu lassen, öffneten wir die Wand zur Küche und setzten ein überdimensionales Bullauge ein, das tagsüber auch die Küche mit zusätzlichem Tageslicht versorgt. Abends wird die runde Glaswand von innen mit einem Rollo geschlossen. Auch der Blick aus dem Kinderzimmer in die neue glänzend weiße Küche kann sich sehen lassen. Von den neuen Blickbeziehungen und der so entstandenen Großzügigkeit profitieren beide Räume.

Mehr Raum – für einen praktischen Eingangsflur

Im Eingangsbereich wünschten sich die Bauherren vor allem eine Möglichkeit zur Schlüsselablage. Wir kombinierten ein vom Schreiner auf Maß gefertigtes weißes Einbauregal mit einer seitlich davor sitzenden Tafel. Sie grenzt den offenen Eingangsbereich optisch vom Wohnbereich ab und schafft einen kleinen Flur. Der neu gewonnene Stauraum ist hinter der Tafel gut versteckt, sodass der offene Wohn-und Essbereich wohnlich und ruhig wirkt.

Gegenüber entsteht eine elegante, aber preisgünstige Stauraumlösung. Der weiße Einbauschrank besteht aus Kleiderschrankelementen ("Pax" von Ikea), die eingebaut und mit einem bündigen Sockel vom Schreiner versehen wurden – und daher wie eine individuelle Maßanfertigung wirken. Die Elemente haben wir passgenau in die Nische eingeplant. Für kostengünstige Stauraumlösungen kombinieren wir gerne standardisierte Elemente mit Maßanfertigungen vom Schreiner. Der offene Wohn- und Essbereich bildet den Mittelpunkt des Familienalltags.

Mehr Platz – ein Archiv unter dem Podest

Eine Etage tiefer, im Souterrain, befindet sich das neu gestaltete Büro des Bauherren. Wir verwandelten den ehemals dunklen Raum mit gewölbter Decke und Fenstern im Straßenniveau in einen hellen und freundlichen Arbeitsplatz mit viel Stauraum. Bis es soweit war, gab es einiges zu tun, denn hinter vorgebauten Rigipswänden waren feuchte Wände zum Vorschein gekommen. Der Raum musste daher zunächst gründlich saniert werden. Der besondere Clou: das Podest, ein Wunsch des Bauherren. Es verbessert spürbar die Lichtausbeute am nun erhöhten Arbeitsplatz: „Trotz der typischen Kellerfenster ist der Platz am Schreibtisch tatsächlich ganz schön hell geworden", so Birte Raff.

Darüber hinaus hat es das Podest in sich: Mit vier langen, auf Rollen verlaufenden Schüben nutzten wir auch den 2,50 m tiefen und 4,5 m breiten Hohlraum unter dem Podest. „Darin befindet sich das Archiv des Bauherren", verrät Petri. Das über Eck verlaufende Sideboard auf dem Podest birgt weiteren Stauraum, ohne dabei optisch ins Gewicht zu fallen. Neben dem Podest gibt es in dem Raum noch eine weitere Stauraumlösung: ein maßgefertigtes Bücherregal in einer Wandnische. Hier machten wir eine Not zur Tugend: Die Vertiefung in der Wand hatte sich durch die Stützen ergeben, die wir im Rahmen der Sanierung einbauen mussten.